Nicht das Rad neu erfinden, sondern nutzen was da ist – und vor allem von den Vorteilen profitieren, die das Vorhandensein und die Bekanntheit bestehender Anwendungen mit sich bringt. Dieses Motto verfolgen bislang noch nicht viele Unternehmen im Netz.
Jeder hat möglichst seinen eigenen Video-Player, einen eigens angefertigten Newsticker, seine eigene aufwendig programmierte Community oder Bildergalerie. Besonders im Community-Bereich tüfteln immer wieder Programmierer an Modulen zum Hochladen von Bildern, Videos oder anderweitigem User Generated Content. Dabei kann es durchaus effektiver sein (wenn auch nicht immer einfacher), bestehende Applikationen oder Portale für seine Zwecke zu nutzen.
Statt eines Live- oder Newstickers könnten beispielsweise Twitter-Nachrichten eingebunden werden, statt unzählig viel Speicherplatz fressenden Bildergalerien kann man eigene Bilder oder aber Bilder von anderen Usern über Flickr anzeigen lassen und statt der handgezeichneten Anfahrtsskizze wird eine GoogleMaps mit integriertem Routenplaner eingebunden. Zugegeben, zumindest letzteres scheint schon einen relativ hohen Verbreitungsgrad zu haben. Aber gerade im Multimedia-Bereich scheint das Nutzen bestehender Portale noch ein wenig verpönt zu sein. Noch. Denn mittlerweile hat doch das ein oder andere Unternehmen die Vorteile vorhandener Web2.0-Plattformen entdeckt. Bestes Beispiel: Die branded YouTube Channels.
YouTube bietet mit den Channels (Kanälen) eine Möglichkeit, alle Profildaten, eigenen Videos, Favoriten etc. an einem öffentlichen Ort anzeigen zu lassen. Die Informationen, die auf dieser Kanal-Seite bereitgestellt werden, sind dabei ganz individuell an- und abstellbar, d.h. jede Kanalseite kann auf die individuellen Wünsche des Users (im Falle der gebrandeten Kanäle: des Unternehmens) abgestimmt werden. Damit sind nicht nur Features gemeint, sondern auch die grafische Oberfläche des Kanals, die eine Vielzahl von Anpassungen ermöglicht. Wie gut man die Channels auf das CI des eigenen Unternehmens abstimmen kann, machen schon einige vor: Das ZDF, der Eurovision Song Contest, auto motor und sport oder (und neu dabei) Sun Microsystems Deutschland. Besonders letzterer Channel, das „Sun Vision.TV“, ist eine kleine Überraschung. Als erster Business-to-Business-Anbieter möchte Sun Microsystems seine Marketing-Aktivitäten auf Videobotschaften ausdehnen und zeigt daher neben News und Kundenberichten beispielsweise auch Videos für Entwickler und IT-Architekten.
Die Vorteile solcher gebrandeten YouTube Channels liegen klar auf der Hand:
- Enorm höhere Reichweite als wenn das Video nur auf der eigenen Firmenwebsite veröffentlicht wäre, Nutzung viraler Effekte (die Videos sind für die gesamte YouTube Community sichtbar)
- Leichte Einbindung in die eigene Firmenwebsite über YouTube Player (der ebenfalls farblich anpassbar ist)
- Einfache Handhabung, da Videos nicht erst in spezielles Format des firmeneigenen Players konvertiert werden müssen
- und und und…
Bei so viel Schwärmerei verwundert es nicht, dass natürlich auch netz98 seinen eigenen YouTube Channel eröffnet hat (noch im CI der kürzlich abgehaltenen 10-Jahres-Feier):
Macht schon einiges her, oder?



1 Antworten zu “Branded YouTube Channels als Mittel der Markenkommunikation”
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